Review: Deutscher Fachpflegekongress & Deutscher OP-Tag 2017

28. bis 30. September 2017

Münster wurde einmal mehr zum Mekka der Fachpflege. Am letzten September-Wochenende kamen über 800 Menschen zum Deutschen Fachpflegetag / OP-Tag im Messe- und Congresscentrum Münster zusammen.

Der Deutsche Fachpflegetag wird jährlich von der DGF in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Münster, dem St. Johannes-Hospital Dortmund und dem Bibliomed-Verlag in Münster oder Dortmund angeboten. Ganz neu hingegen war der integrierte OP-Tag. Somit ist neben Anästhesie- und Intensivpflege sowie der Pädiatrischen Intensivpflege ein weiteres weites Feld der Fachkrankenpflege und Funktionsdienste abgedeckt.

Das umfangreiche Programm wurde von den aus allen Teilen Deutschlands angereisten Teilnehmern sehr gut aufgenommen, nahezu alle Sessions waren gut besucht, einige sogar fast überfüllt. Ging es in den kleineren Sälen zumeist um spezielle Fragestellungen, so war der große Saal den übergreifenden Themen vorbehalten.

Für den Eröffnungsvortrag „Patientensicherheit im internationalen Vergleich“ konnte Prof. Hugo Van Aken gewonnen werden. Der Emeritus und ehemalige Kopf der Anästhesiologie, operativen Intensivmedizin und Schmerztherapie an der Universität Münster ließ es sich nicht nehmen, gute Pflege als „Rückgrat der Medizin“ zu bezeichnen. 

Ein weiteres Highlight zu Beginn des zweiten Tages war sicher der Vortrag zum Thema „Personalressourcen und Arbeitsbedingungen in der Intensivpflege“ von Prof. Dr. Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung und die nachfolgende Podiumsdiskussion mit dem Pflegedirektor des Universitätsklinikums Münster, Thomas van den Hooven.

Prof. Isfort war übrigens so freundlich, uns seinen Vortrag zur Veröffentlichung hier zu überlassen:
>>> Prof. Dr. Michael Isfort Intensivpflegebefragung – Deutscher Fachpflegetag 2017_Münster (PDF, 1,55MB) <<<
Herzlichen Dank!

Neben bekannten und profilierten Rednern holt der DFK auch immer engagierte junge Kolleginnen und Kollegen aufs Podium. Am deutlichsten wird dies mit der jährlichen Verleihung des DGF-Nachwuchsförderpreises. Von allen Einsendern durften sich drei Bewerber allein oder im Team mit ihren Arbeiten dem Publikumsentscheid im großen Saal stellen. Manuela Kienzler, die ihre Facharbeit „Simulation in der praktischen Ausbildung von pädiatrischen Intensivpflegekräften“ vorstellte, wurde Drittplatzierte. Katrin Hemmerich und Jessica Petzold belegten mit ihrem Projekt „Nachwuchsgewinnung im OP“ den zweiten Platz. Mit einem Vergleich der Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege in Deutschland und in Spanien sowie die Arbeit auf einer deutschen und einer spanischen Intensivstation konnte Patricia Escoda Medina aus Erlangen überzeugen. Sie gewann den DGF-Nachwuchsförderpreis 2017.

Sicher war für viele Teilnehmer auch die große Industrieausstellung im Foyer des Messe- und Congresscentrums ein Magnet. Namhafte Firmen der Medizintechnik, aber auch Verbände, Kliniken und Personaldienstleister informierten über ihre Angebote und Neuheiten.

 
Ein bewegender Moment war die Ehrung von Heike Strunk. Sie ist seit 40 Jahren DGF-Mitglied, war Landesbeauftragte, stellvertretende Vorsitzende, Vorsitzende und ist seit 1995 DGF-Beauftragte für Internationale Angelegenheiten. Zudem ist sie Ratsmitglied der International Federation of Nurse Anesthetists (IFNA) und Mitbegründerin der European Federation of Critical Care Nursing Associations (EfCCNa). Zu ihrem Jubiläum bekam Heike Strunk als erste überhaupt die Therese-Valerius-Medaille verliehen, die an die Gründungsvorsitzende der DGF erinnert und Annerkennung für außerordentliches berufspolitisches Engagement ausdrückt. Herzlichen Dank und Herzlichen Glückwunsch!

Der dritte Tag forderte von den Teilnehmern nicht nur wegen des Ortswechsels zum Universitätsklinikum Münster Aktivität. In zahlreichen Workshops boten Experten aktuelles Wissen und die Möglichkeit, selbst neue Erfahrungen zu machen.

Nächstes Jahr wieder!

 


Fotos und Videos: Enrico Bock, Michael Dewes, Tobias Becker, Holger Beuse, Bibliomed-Verlag
Text: Holger Beuse